{"id":1260,"date":"2024-02-07T10:03:57","date_gmt":"2024-02-07T09:03:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bgjd.de\/?p=1260"},"modified":"2024-02-07T12:04:33","modified_gmt":"2024-02-07T11:04:33","slug":"buddhistisch-pilgern-fuenf-fragen-an-meik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/2024\/02\/07\/buddhistisch-pilgern-fuenf-fragen-an-meik\/","title":{"rendered":"Buddhistisch Pilgern &#8211; F\u00fcnf Fragen an Meik"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Meik, du hast dich auf eine achtmonatige Reise begeben: Was hat dich dazu motiviert?&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Motivationen waren im Wesentlichen meine Erfahrungen auf der sechseinhalb monatigen Reise w\u00e4hrend meines ersten Sabbatjahres (2016) und das Nicht-reisen-k\u00f6nnen w\u00e4hrend des ersten Corona-Halbjahres. Das hatte mich dann dazu bewogen Ende Juni 2020 einen erneuten Antrag auf ein Sabbatjahr f\u00fcr 2024 zu stellen, so nach dem Motto: &#8220;Besser wird&#8217;s nicht, wer wei\u00df was noch kommt, jetzt noch oder nie mehr&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was f\u00fcr Gesichter&nbsp;des&nbsp;Buddhismus sind dir im ersten Monat bereits begegnet?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend meiner bisherigen Reisen, insbesondere im ersten Sabbatjahr 2016, sind mir viele Facetten des Buddhismus begegnet. Ich habe zahlreiche Tempel und Kl\u00f6ster der unterschiedlichsten Traditionen besuchen k\u00f6nnen, teilweise auch an den Andachten und \u00dcbungen teilgenommen und bin \u00fcber Ph\u00e4nomene und Erz\u00e4hlungen gestolpert, die den physischen und wissenschaftlichen Grenzbereich ber\u00fchren. Weltweit habe ich die unterschiedlichsten Dharma-Praktizierenden kennenlernen d\u00fcrfen, die mich alle auf die ein oder andere Art ber\u00fchrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Was kann man nicht Zuhause, sondern nur auf Reisen erfahren?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die direkte Begegnung mit den Menschen in ihrem eigenen Umfeld. Es ist zwar mittlerweile m\u00f6glich, mit Leuten, beispielsweise in Japan, Kontakt aufzunehmen und ihnen Fragen zu stellen, w\u00e4hrend sie ihre Smartphone-Kamera eingeschaltet haben und uns durch ihren Tempel f\u00fchren und vielleicht auch noch die Sangha vorstellt, aber mal ehrlich: Sowas passiert ja nicht und selbst wenn, dann muss man sich auch fragen, ob man da die Realit\u00e4t gezeigt bekommt, oder nur &#8220;Angepasstes&#8221;. Einige von uns haben es ja w\u00e4hrend Corona gemerkt: Online-Andachten oder Online-Zazen ist eben nicht dasselbe wie wirklich Face-to-Face dazusein. Ein anderer Aspekt ist das Pilgern. Das beinhaltet die Reise, wobei ich hier durchaus auch schon in Deutschland gepilgert bin, in NRW und sogar quasi vor der eigenen Haust\u00fcr, aber eben nicht &#8220;Zuhause&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Pilgern als religi\u00f6se Praxis? In Deutschland ja im christlichen Kontext zwischendurch mal popularisiert. Wie ist es im Buddhismus?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die ausgeschilderten Wege, die man daf\u00fcr in Deutschland nutzt, sind nat\u00fcrlich christlich oder man bedient sich nicht-religi\u00f6ser Wanderwege. Das &#8220;buddhistische&#8221; ist die Praxis des Gehens. Mit einem Nenbutsu auf den Lippen, gern auch mal an einer christlichen Pilgerstation oder in einer Kirche. (Selbstverst\u00e4ndlich nicht laut &#8211; die eigene Freiheit endet bei der Beeintr\u00e4chtigung des Anderen!) Und man improvisiert nat\u00fcrlich. Bei meinem letzten &#8220;Jakobsweg&#8221; von Xanten nach K\u00f6ln hatte ich einen koreanischen Tempel und nat\u00fcrlich den Ekoji in D\u00fcsseldorf integriert. Es soll auch einen Jizo-Weg hier in Westeuropa geben, den ein niederl\u00e4ndischer Zen-Ordinierter initiiert hat, aber darauf zu wandern erfordert viel Planung, Anfragen in den dazugeh\u00f6rigen Tempeln und Zentren und nat\u00fcrlich ist der Weg nicht beschildert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Und was f\u00fcr eine Rolle spielt Pilgern als buddhistische Praxis f\u00fcr dich?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Bei meinem ersten Japan-Besuch, im Herbst 2009, bin ich den Pilgerweg der 33 Tempel von Kannon Bosatsu in Kamakura gegangen. Das ist ein kleiner Pilgerweg, den man in zwei bis vier Tagen wandern kann. Er beinhaltet die gro\u00dfen Zen-Tempel der Stadt und ein paar Tempel und Kl\u00f6ster anderer Schulen, insbesondere auch der Jodo Shu und der Ji Shu. Das hat mir damals viel Spa\u00df gemacht und mir sch\u00f6ne Erfahrungen beschert. Seither bin ich noch zwei Pilgerwege in Japan gegangen und auch den Jakobsweg in Spanien. All das hat mich sehr zum (japanischen) Buddhismus ger\u00fcckt. Vorher hatte ich versucht, Zen und Katholizismus irgendwie unter einen Hut zu\u00a0 bringen. Nach dem Jakobsweg bin ich dann aus der Kirche ausgetreten und quasi stattdessen der BGJ-D beigetreten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1267\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand-1140x855.jpeg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Meik_Thailand.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meik, du hast dich auf eine achtmonatige Reise begeben: Was hat dich dazu motiviert?&nbsp; Meine Motivationen waren im Wesentlichen meine Erfahrungen auf der sechseinhalb monatigen Reise w\u00e4hrend meines ersten Sabbatjahres (2016) und das Nicht-reisen-k\u00f6nnen w\u00e4hrend des ersten Corona-Halbjahres. 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Die direkte Begegnung mit den Menschen in ihrem eigenen Umfeld. Es ist zwar mittlerweile m\u00f6glich, mit Leuten, beispielsweise in Japan, Kontakt aufzunehmen und ihnen Fragen zu stellen, w\u00e4hrend sie ihre Smartphone-Kamera eingeschaltet haben und uns durch ihren Tempel f\u00fchren und vielleicht auch noch die Sangha vorstellt, aber mal ehrlich: Sowas passiert ja nicht und selbst wenn, dann muss man sich auch fragen, ob man da die Realit\u00e4t gezeigt bekommt, oder nur &#8220;Angepasstes&#8221;. Einige von uns haben es ja w\u00e4hrend Corona gemerkt: Online-Andachten oder Online-Zazen ist eben nicht dasselbe wie wirklich Face-to-Face dazusein. Ein anderer Aspekt ist das Pilgern. Das beinhaltet die Reise, wobei ich hier durchaus auch schon in Deutschland gepilgert bin, in NRW und sogar quasi vor der eigenen Haust\u00fcr, aber eben nicht &#8220;Zuhause&#8221;. Pilgern als religi\u00f6se Praxis? In Deutschland ja im christlichen Kontext zwischendurch mal popularisiert. 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Und was f\u00fcr eine Rolle spielt Pilgern als buddhistische Praxis f\u00fcr dich? Bei meinem ersten Japan-Besuch, im Herbst 2009, bin ich den Pilgerweg der 33 Tempel von Kannon Bosatsu in Kamakura gegangen. Das ist ein kleiner Pilgerweg, den man in zwei bis vier Tagen wandern kann. Er beinhaltet die gro\u00dfen Zen-Tempel der Stadt und ein paar Tempel und Kl\u00f6ster anderer Schulen, insbesondere auch der Jodo Shu und der Ji Shu. Das hat mir damals viel Spa\u00df gemacht und mir sch\u00f6ne Erfahrungen beschert. Seither bin ich noch zwei Pilgerwege in Japan gegangen und auch den Jakobsweg in Spanien. All das hat mich sehr zum (japanischen) Buddhismus ger\u00fcckt. Vorher hatte ich versucht, Zen und Katholizismus irgendwie unter einen Hut zu\u00a0 bringen. 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