{"id":1326,"date":"2024-05-16T18:16:04","date_gmt":"2024-05-16T16:16:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bgjd.de\/?p=1326"},"modified":"2024-05-16T18:21:21","modified_gmt":"2024-05-16T16:21:21","slug":"als-unsui-und-shin-buddhist-einmal-um-die-welt-pilgerschaft-durch-bihar-und-uttar-pradesh-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/2024\/05\/16\/als-unsui-und-shin-buddhist-einmal-um-die-welt-pilgerschaft-durch-bihar-und-uttar-pradesh-indien\/","title":{"rendered":"Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um\u00a0 die Welt: Pilgerschaft durch Bihar und Uttar Pradesh (Indien)"},"content":{"rendered":"\n<p>von Meik N\u00f6rling<\/p>\n\n\n\n<p>In Indien war ich nun zum dritten, und mit Sicherheit zum letzten Mal. Viele Inder unternehmen unbewusst alles, um mir den Aufenthalt so madig wie m\u00f6glich zu machen. Die Hotel-Bewertungen im Internet sind gefaked, es werden falsche Fotos verwendet und unkorrekte Ortsangaben gemacht. Teilweise l\u00e4uft ein und dasselbe Hotel unter mehreren Namen, mit unterschiedlichen Fotos und Ortsangaben. Das bekommt man aber erst mit, wenn einen der Taxifahrer mit Hilfe von telefonischen Nachfragen schon dort abgeliefert hat. Vom echten Zustand der Hotelzimmer erf\u00e4hrt man auch erst, nachdem man eingecheckt und bezahlt hat. Das war 2016, bei meiner zweiten Indien-Reise, noch nicht so schlimm. Immer schon schlimm waren hingegen die kleinen Betr\u00fcgereien der Taxifahrer, das stets \u201efehlende\u201c Wechselgeld und das andauernde Verlangen von Trinkgeldern f\u00fcr Leistungen, die man teilweise gar nicht haben will oder die inkludiert sein m\u00fcssten wie zum Beispiel funktionierende Hoteleinrichtung (Safe, Klimaanlage, etc.). Ich k\u00f6nnte noch mehr aufz\u00e4hlen, aber darum soll es nun nicht mehr gehen, sondern&nbsp;um meine Pilgertour.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich bereits am ersten Tag fluchtartig das gebuchte Hotel verlasse, komme ich in&nbsp;<strong>\u201eLittle Tibet\u201c von Neu Delhi<\/strong>&nbsp;unter. Die ehemalige Fl\u00fcchtlingssiedlung des \u00f6stlichen Manju-ka-tilla ist ein freundlicherer Ort als viele Gegenden der indischen Hauptstadt, hat sogar zwei kleine tibetische Kl\u00f6ster. Die nahegelegenen&nbsp;<strong>Friedenspagode von Delhi<\/strong>, die vom Nichiren-Orden Nipponzan Myohoji Daisangha gegr\u00fcndet wurde, schaue ich mir nat\u00fcrlich auch an. Leider wird der dazugeh\u00f6rige japanische Tempel aktuell von keinem Priester betreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte M\u00e4rz fliege ich von Delhi nach Bodhgaya und wohne dort, wie bereits 2016, im\u00a0<strong>Kloster Root Institute<\/strong>, das zur tibetischen Gelugpa-Schule geh\u00f6rt. Bereits am n\u00e4chsten Tag besuche ich den\u00a0<strong>globalen buddhistischen Hauptpilgerort, den Mahabodhi Mahavihara.<\/strong>\u00a0T\u00e4glich versammeln sich hier pilgernde Menschen aus aller Welt (insbesondere nat\u00fcrlich aus Asien), sowohl Ordinierte als auch Laien, um den Buddha Shakyamuni, der hier seine Erleuchtung erfuhr, zu verehren, Andachten und Pujas zu halten oder selbst unter dem Bodhi-Baum oder in dessen N\u00e4he zu meditieren. Eine eigene leise Andacht vollziehe ich dann auch im Mahabodhi Tempel, umrunde den turmartigen Bau samt Bodhi-Baum danach dreimal, w\u00e4hrend ich mit meiner\u00a0<em>Ojuzu Nenbutsu<\/em>\u00a0abz\u00e4hle, dem Ort entsprechend hier\u00a0<em>\u201eNamo-Shakamuni-Butsu\u201c.<\/em>\u00a0Neben diesem Haupttempel von Bodhgaya gibt es noch viele verschiedene kleinere Tempel- und Klosteranlagen. Jedes buddhistische Land will sich in Bodhgaya repr\u00e4sentieren und so hat jedes mindestens einen Tempel oder ein Kloster hier errichten lassen, manche, wie Thailand und Japan, sogar mehrere. Nat\u00fcrlich gibt es auch mehrere tibetische Kl\u00f6ster hier. Alle gro\u00dfen tibetischen Orden sind vertreten. Einige dieser Kl\u00f6ster und Tempel schaue ich mir w\u00e4hrend meiner Zeit in Bodhgaya an, l\u00e4ngst nicht alle. In einigen vollziehe ich kurze Andachten, in anderen ist es mit einer Verneigung vor dem Hauptaltar und ein paar \u201eNamandabu\u201c schon getan. Im Kloster Root Institute selbst gibt es aktuell kein Retreat-Programm. Einzig die Mahlzeiten, zu denen man sich anmelden muss, bestimmten den Tagesablauf. Bei der Anmeldung hatte ich angegeben, das ich in der Soto-Zen-Tradition ordiniert bin und auch der Jodo Shinshu angeh\u00f6re und dann ein Retreat-H\u00e4uschen zugewiesen bekommen. Darin vollziehe ich meine Morgen- und Abendandachten und sitze dabei auch Zazen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach enigen Tagen alleine unternehme ich eine gef\u00fchrte buddhistische Pilgertour durch die&nbsp;<strong>Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh<\/strong>, die ich mir von einer chinesischen Reiseagentur habe zusammenstellen lassen. Ich werde im Kloster in Bodhgaya abgeholt und bereise mit meinem Guide Sharad und meinem Fahrer Ashok die verschiedenen Orten der Lebensstationen des Erhabenen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von Bodhgaya aus geht es nach Rajgir, wo Buddha auf dem Geierberg<\/strong>&nbsp;wichtige Belehrungen wie das Lotos-Sutra, das Gro\u00dfe Sutra und die Weisheits-Sutras verk\u00fcndet hat und wo sp\u00e4ter das erste buddhistische Konzil stattfand.&nbsp;<strong>Auf dem Weg nach Vaishali<\/strong>, wo eine Kurtisane der fr\u00fchen Sangha einen Hain als Klostergel\u00e4nde spendete, machen wir Halt bei der&nbsp;<strong>Ausgrabungsst\u00e4tte der alten Klosteruniversit\u00e4t von Nalanda und in Bihar&#8217;s Hauptstadt Patna, das zu Buddhas&nbsp;Zeiten Pataliputra hie\u00df.<\/strong>&nbsp;Von Vaishali aus fahren wir nach&nbsp;<strong>Kushinagar<\/strong>, wo der Erhabene ins Parinirvana einging. In Kushinagar sind, ebenso wie in Bodhgaya, viele buddhistische Nationen durch Repr\u00e4sentativ-Bauten, also Tempel oder Kl\u00f6ster, vertreten, der Haupttempel ist aber der Mahaparinirvana Tempel.&nbsp;<strong>Die vorletzte Station ist Shrawasti<\/strong>, wo Buddha Shakyamuni w\u00e4hrend der 45 Jahre, in denen er den Dharma lehrte, die meisten Regenzeit-Perioden verbracht hatte. Auch hier wurden der Sangha bereits zu Buddhas Lebzeiten von G\u00f6nnern zwei Haine geschenkt, in denen zuerst h\u00f6lzerne Bauten und in den darauf folgenden Jahrhunderten dann Geb\u00e4ude mit Ziegelfundament errichtet wurden. Meine Pilgerreise auf Gautama Buddhas Spuren endet im&nbsp;<strong>Gazellenhain von Sarnath bei Varanasi<\/strong>, wo der Erhabene seine erste Lehrrede \u00fcber die Vier Edlen Wahrheiten und den Mittleren Achtfachen Pfad gehalten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Pilgerreise denke ich zur\u00fcck an die vielen anderen Pilger, insbesondere an diejenigen, die sich unter oder nahe dem Bodhibaum in Bodhgaya am Mahabodhi Tempel niedergesetzt hatten, um zu meditieren und vielleicht auch \u201eetwas zu erfahren\u201c. Hatte ich mir auch einen Moment des Erwachens erhofft, w\u00e4hrend meiner Pilgertour durch Bihar und Uttar Pradesh? &#8211; Ich w\u00fcrde l\u00fcgen, wenn ich \u201eNein!\u201c sagen w\u00fcrde, aber im Grunde genommen ging es mir nicht darum. Mir ging es darum, dem Buddha und seinem Leben nachzusp\u00fcren, ihm nah zu sein und auf dem Boden zu wandeln, auf dem er gewandelt ist. Wenn man dabei dann einen Moment der Einsicht oder des Einblicks hat, dann ist das nat\u00fcrlich ein wunderbares Geschenk, aber so etwas erzeugen oder forcieren zu wollen oder es gar zu erwarten, das sind aus meiner Sicht dann doch falsche Vorstellungen. Ich kam gar nicht auf die Idee, mich bei 40\u00b0C zum Meditieren ins Freie zu setzen, auch nicht im Schatten eines Baumes!<\/p>\n\n\n\n<p>Und so bin ich dann auch nicht entt\u00e4uscht, wenn w\u00e4hrend dieser\u00a0 zehnt\u00e4gigen Tour nichts dergleichen passiert, nichts zugefallen ist. Ich bin mit meiner Pilgerreise auf Buddhas Spuren sehr zufrieden, habe viel gesehen und viel erlebt und wieder einiges aus Buddhas Leben vernommen, was ich schon vergessen hatte, was nicht mehr pr\u00e4sent war. Mein Reisef\u00fchrer Sharad meint, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen sich auf diese Reise machen, und seine Aufgabe sei es, die Erwartungen, soweit sie denn \u00fcberhaupt erf\u00fcllbar sind, nach M\u00f6glichkeit zu erf\u00fcllen. Ich denke das hat er sehr gut hinbekommen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1330\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1-1140x855.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_3-1.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mahabodhi Tempel in Bodhgaya<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1331\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4-1140x855.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_4.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mahaparinirvana Tempel in Kushinagar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1332\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5-1140x1520.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Meik_Indien_5.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stupa im Gazellenhain von Sarnath<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Meik N\u00f6rling In Indien war ich nun zum dritten, und mit Sicherheit zum letzten Mal. Viele Inder unternehmen unbewusst alles, um mir den Aufenthalt so madig wie m\u00f6glich zu machen. Die Hotel-Bewertungen im Internet sind gefaked, es werden falsche Fotos verwendet und unkorrekte Ortsangaben gemacht. Teilweise l\u00e4uft ein und dasselbe Hotel unter mehreren Namen, mit unterschiedlichen Fotos und Ortsangaben. Das bekommt man aber erst mit, wenn einen der Taxifahrer mit Hilfe von telefonischen Nachfragen schon dort abgeliefert hat. Vom echten Zustand der Hotelzimmer erf\u00e4hrt man auch erst, nachdem man eingecheckt und bezahlt hat. Das war 2016, bei meiner zweiten Indien-Reise, noch nicht so schlimm. Immer schon schlimm waren hingegen die kleinen Betr\u00fcgereien der Taxifahrer, das stets \u201efehlende\u201c Wechselgeld und das andauernde Verlangen von Trinkgeldern f\u00fcr Leistungen, die man teilweise gar nicht haben will oder die inkludiert sein m\u00fcssten wie zum Beispiel funktionierende Hoteleinrichtung (Safe, Klimaanlage, etc.). Ich k\u00f6nnte noch mehr aufz\u00e4hlen, aber darum soll es nun nicht mehr gehen, sondern&nbsp;um meine Pilgertour. Nachdem ich bereits am ersten Tag fluchtartig das gebuchte Hotel verlasse, komme ich in&nbsp;\u201eLittle Tibet\u201c von Neu Delhi&nbsp;unter. Die ehemalige Fl\u00fcchtlingssiedlung des \u00f6stlichen Manju-ka-tilla ist ein freundlicherer Ort als viele Gegenden der indischen Hauptstadt, hat sogar zwei kleine tibetische Kl\u00f6ster. Die nahegelegenen&nbsp;Friedenspagode von Delhi, die vom Nichiren-Orden Nipponzan Myohoji Daisangha gegr\u00fcndet wurde, schaue ich mir nat\u00fcrlich auch an. Leider wird der dazugeh\u00f6rige japanische Tempel aktuell von keinem Priester betreut. Mitte M\u00e4rz fliege ich von Delhi nach Bodhgaya und wohne dort, wie bereits 2016, im\u00a0Kloster Root Institute, das zur tibetischen Gelugpa-Schule geh\u00f6rt. Bereits am n\u00e4chsten Tag besuche ich den\u00a0globalen buddhistischen Hauptpilgerort, den Mahabodhi Mahavihara.\u00a0T\u00e4glich versammeln sich hier pilgernde Menschen aus aller Welt (insbesondere nat\u00fcrlich aus Asien), sowohl Ordinierte als auch Laien, um den Buddha Shakyamuni, der hier seine Erleuchtung erfuhr, zu verehren, Andachten und Pujas zu halten oder selbst unter dem Bodhi-Baum oder in dessen N\u00e4he zu meditieren. Eine eigene leise Andacht vollziehe ich dann auch im Mahabodhi Tempel, umrunde den turmartigen Bau samt Bodhi-Baum danach dreimal, w\u00e4hrend ich mit meiner\u00a0Ojuzu Nenbutsu\u00a0abz\u00e4hle, dem Ort entsprechend hier\u00a0\u201eNamo-Shakamuni-Butsu\u201c.\u00a0Neben diesem Haupttempel von Bodhgaya gibt es noch viele verschiedene kleinere Tempel- und Klosteranlagen. Jedes buddhistische Land will sich in Bodhgaya repr\u00e4sentieren und so hat jedes mindestens einen Tempel oder ein Kloster hier errichten lassen, manche, wie Thailand und Japan, sogar mehrere. Nat\u00fcrlich gibt es auch mehrere tibetische Kl\u00f6ster hier. Alle gro\u00dfen tibetischen Orden sind vertreten. Einige dieser Kl\u00f6ster und Tempel schaue ich mir w\u00e4hrend meiner Zeit in Bodhgaya an, l\u00e4ngst nicht alle. In einigen vollziehe ich kurze Andachten, in anderen ist es mit einer Verneigung vor dem Hauptaltar und ein paar \u201eNamandabu\u201c schon getan. Im Kloster Root Institute selbst gibt es aktuell kein Retreat-Programm. Einzig die Mahlzeiten, zu denen man sich anmelden muss, bestimmten den Tagesablauf. Bei der Anmeldung hatte ich angegeben, das ich in der Soto-Zen-Tradition ordiniert bin und auch der Jodo Shinshu angeh\u00f6re und dann ein Retreat-H\u00e4uschen zugewiesen bekommen. Darin vollziehe ich meine Morgen- und Abendandachten und sitze dabei auch Zazen. Nach enigen Tagen alleine unternehme ich eine gef\u00fchrte buddhistische Pilgertour durch die&nbsp;Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh, die ich mir von einer chinesischen Reiseagentur habe zusammenstellen lassen. Ich werde im Kloster in Bodhgaya abgeholt und bereise mit meinem Guide Sharad und meinem Fahrer Ashok die verschiedenen Orten der Lebensstationen des Erhabenen: Von Bodhgaya aus geht es nach Rajgir, wo Buddha auf dem Geierberg&nbsp;wichtige Belehrungen wie das Lotos-Sutra, das Gro\u00dfe Sutra und die Weisheits-Sutras verk\u00fcndet hat und wo sp\u00e4ter das erste buddhistische Konzil stattfand.&nbsp;Auf dem Weg nach Vaishali, wo eine Kurtisane der fr\u00fchen Sangha einen Hain als Klostergel\u00e4nde spendete, machen wir Halt bei der&nbsp;Ausgrabungsst\u00e4tte der alten Klosteruniversit\u00e4t von Nalanda und in Bihar&#8217;s Hauptstadt Patna, das zu Buddhas&nbsp;Zeiten Pataliputra hie\u00df.&nbsp;Von Vaishali aus fahren wir nach&nbsp;Kushinagar, wo der Erhabene ins Parinirvana einging. In Kushinagar sind, ebenso wie in Bodhgaya, viele buddhistische Nationen durch Repr\u00e4sentativ-Bauten, also Tempel oder Kl\u00f6ster, vertreten, der Haupttempel ist aber der Mahaparinirvana Tempel.&nbsp;Die vorletzte Station ist Shrawasti, wo Buddha Shakyamuni w\u00e4hrend der 45 Jahre, in denen er den Dharma lehrte, die meisten Regenzeit-Perioden verbracht hatte. Auch hier wurden der Sangha bereits zu Buddhas Lebzeiten von G\u00f6nnern zwei Haine geschenkt, in denen zuerst h\u00f6lzerne Bauten und in den darauf folgenden Jahrhunderten dann Geb\u00e4ude mit Ziegelfundament errichtet wurden. Meine Pilgerreise auf Gautama Buddhas Spuren endet im&nbsp;Gazellenhain von Sarnath bei Varanasi, wo der Erhabene seine erste Lehrrede \u00fcber die Vier Edlen Wahrheiten und den Mittleren Achtfachen Pfad gehalten hatte. Nach der Pilgerreise denke ich zur\u00fcck an die vielen anderen Pilger, insbesondere an diejenigen, die sich unter oder nahe dem Bodhibaum in Bodhgaya am Mahabodhi Tempel niedergesetzt hatten, um zu meditieren und vielleicht auch \u201eetwas zu erfahren\u201c. Hatte ich mir auch einen Moment des Erwachens erhofft, w\u00e4hrend meiner Pilgertour durch Bihar und Uttar Pradesh? &#8211; Ich w\u00fcrde l\u00fcgen, wenn ich \u201eNein!\u201c sagen w\u00fcrde, aber im Grunde genommen ging es mir nicht darum. Mir ging es darum, dem Buddha und seinem Leben nachzusp\u00fcren, ihm nah zu sein und auf dem Boden zu wandeln, auf dem er gewandelt ist. Wenn man dabei dann einen Moment der Einsicht oder des Einblicks hat, dann ist das nat\u00fcrlich ein wunderbares Geschenk, aber so etwas erzeugen oder forcieren zu wollen oder es gar zu erwarten, das sind aus meiner Sicht dann doch falsche Vorstellungen. Ich kam gar nicht auf die Idee, mich bei 40\u00b0C zum Meditieren ins Freie zu setzen, auch nicht im Schatten eines Baumes! Und so bin ich dann auch nicht entt\u00e4uscht, wenn w\u00e4hrend dieser\u00a0 zehnt\u00e4gigen Tour nichts dergleichen passiert, nichts zugefallen ist. Ich bin mit meiner Pilgerreise auf Buddhas Spuren sehr zufrieden, habe viel gesehen und viel erlebt und wieder einiges aus Buddhas Leben vernommen, was ich schon vergessen hatte, was nicht mehr pr\u00e4sent war. Mein Reisef\u00fchrer Sharad meint, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen sich auf diese Reise machen, und seine Aufgabe sei es, die Erwartungen, soweit sie denn \u00fcberhaupt erf\u00fcllbar sind, nach M\u00f6glichkeit zu erf\u00fcllen. 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