{"id":1347,"date":"2024-06-26T07:22:25","date_gmt":"2024-06-26T05:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bgjd.de\/?p=1347"},"modified":"2024-08-16T14:06:18","modified_gmt":"2024-08-16T12:06:18","slug":"als-unsui-und-shin-buddhist-einmal-um-die-welt-spuren-des-japanischen-buddhismus-auf-taiwan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/2024\/06\/26\/als-unsui-und-shin-buddhist-einmal-um-die-welt-spuren-des-japanischen-buddhismus-auf-taiwan\/","title":{"rendered":"Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um die Welt: Spuren des japanischen Buddhismus auf Taiwan"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Meik N\u00f6rling<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Von Katmandu aus flog ich via Bangkok nach\u00a0<strong>Taiwan<\/strong>. Die ersten \u00dcbernachtungen auf der Insel, welche heute die Republik China darstellt, hatte ich\u00a0<strong>in der Hauptstadt Taipeh<\/strong>. Ich hatte mein Hotel unweit der \u00dcberbleibsel des Taipei-Hongwanji gebucht \u2013 vom einstigen Obertempel unserer Jodo Shinshu Hongwanji-ha auf Taiwan, das von 1895 bis 1945 japanische Kolonie war, stehen nach seiner Nutzung ab 1945 als Kaserne nur noch der Glockenturm und die Wegebefestigungen, in den 1970ern ist er bei einem Feuer niedergebrannt. Dem Obertempel der Jodo Shinshu Othani-ha hier in Taipeh, dessen einstiger Grund auch nicht weit entfernt liegt, erging es nicht besser: Ab 1945 wurde das in indischem Stil errichtete Prunkgeb\u00e4ude unserer Schwesterschule von den Kumintang als Foltergef\u00e4ngnis f\u00fcr politische Gegner genutzt und 1970 dann niedergerissen um einer Shopping-Mall mit Kino zu weichen. Man sagt, dass es in dem Kino noch heute spukt und begr\u00fcndet das mit den Seelen \u201everschwundener\u201c Gefangener, die nicht zur Ruhe kommen. Auch in den erhaltenen Tempeln rund um das Hotel ist das japanische Erbe der Kolonialzeit noch ab und an sichtbar \u2013 obwohl sie nun alle zum han-chinesischen Mahayana-Buddhismus geh\u00f6ren, der Lehren und \u00dcbungen wie Nienfo (Nenbutsu) und Chan (Zen) beinhaltet. Im ehemaligen\u00a0<strong>Shingon Shu-Tempel Taipei Tianhu Si<\/strong>\u00a0gibt es noch einen Altar f\u00fcr Kobo Daishi Kukai, vor dem ehemaligen\u00a0<strong>Nichiren Shu-Tempel Nankai Shan Fahua Si<\/strong>\u00a0steht noch ein gro\u00dfer Stein mit eingravierten Daimoku. Die ehemaligen Tempel und Kl\u00f6ster der Rinzai Shu pflegen zwar immer noch das Zen- bzw. Chan-Erbe von Meister Linji, jetzt aber wieder als vollordinierte Bhikkhus der chinesischen Tradition. Der einstige\u00a0<strong>Soto Shu-Tempel Donghe Chan Si<\/strong>\u00a0wird zwar auch von Ordinierten der chinesischen Tradition gef\u00fchrt, allerdings legen diese Wert darauf, dass der Tempel sowohl mit der Caodong-zong (chinesische Mutterschule der Soto Shu) und dessen Hauptkloster Tiantong Si als auch mit Eiheiji und Sojiji in Japan verbunden ist und somit noch immer auch japanischer Zweigtempel des Soto-Zen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Taipeh aus reiste ich ganz nach S\u00fcden, in die Stadt&nbsp;<strong>Kaohsiung<\/strong>. Dort wanderte ich um den&nbsp;<strong>Zuoying-Lotus-Teich<\/strong>, der eigentlich ein See ist und besuchte die zahlreichen an dem Teich errichteten Tempel, buddhistische wie auch taoistische, und auch der gro\u00dfe&nbsp;<strong>Konfuzius-Tempel<\/strong>&nbsp;von Kaohsiung wurde direkt hier errichtet. Nahe Kaohsiung liegt in dem St\u00e4dtchen&nbsp;<strong>Dashu<\/strong>&nbsp;<strong>der Klosterberg Fo Guang Shan<\/strong>&nbsp;mit dem gleichnamigen Kloster und einem riesigen buddhistischen Museumspark. Ich hatte dort per E-Mail angefragt, ob ich ein oder zwei N\u00e4chte dort verbringen k\u00f6nnte, um zu praktizieren und auch um mir alles genauer anzusehen. In der Mail hatte ich auch angegeben, dass ich deutscher Anh\u00e4nger der Jodo Shinshu und Ordinierter des japanischen Soto-Zen bin. Eine R\u00fcckmeldung kam prompt und sogar auf Deutsch, aber die R\u00fcckmeldung bestand im Wesentlichen aus der Frage, ob ich mit der vollst\u00e4ndigen Garderobe eines japanischen&nbsp;<em>Shukke<\/em>&nbsp;reise oder in Zivil, \u201e<em>bei japanischen Ordinierten w\u00fcsste man das ja nie so genau!<\/em>\u201c. Wahrheitsgem\u00e4\u00df antwortete ich, dass ich meine gr\u00f6\u00dfe Robe (Okesa), das Gewand (Kolomo) und das Untergewand daheim im Dojo zur\u00fcckgelassen habe und nur mit kleiner Robe (Rakusu) und Arbeitsanzug (Samu-e) reise, was auch mit meinem Zen-Lehrer so abgesprochen wurde. Das Kloster und der aus \u00d6sterreich stammende Bhikkhu lie\u00dfen mich dann einfach in der Luft h\u00e4ngen &#8211; ich bekam gar keine R\u00fcckmeldung mehr. Im Internet kann man an verschiedenen Stellen lesen, dass man in der Pilgerherberge des Klosters auf Anfrage ohne Probleme ein- oder zwei N\u00e4chte bleiben kann. Das gilt scheinbar nicht f\u00fcr ordinierte Anh\u00e4nger des japanischen Buddhismus!? Ich besuchte das Kloster und den Buddha-Museumspark dann quasi auf eigene Faust wie viele andere Pilger und Touris auch &#8211; ohne dort zu \u00fcbernachten. Beeindruckend ist das alles schon, aber nicht nur im positiven Sinne. Ich fragte mich nachher, ob so viel Prunk und Protz und solche Dimensionen denn sein m\u00fcssen, und ob die Bhikkhus und Bhikkhunis, die ich haup<\/p>\n\n\n\n<p>ts\u00e4chlich bei T\u00e4tigkeiten als Pilgerf\u00fchrer oder beim Verkauf von Devotionalien beobachten konnte ernsthaft den Dharma praktizieren. Der Buddha-Museumspark verf\u00fcgt sogar \u00fcber ein eigenes Starbucks Caf\u00e9!<\/p>\n\n\n\n<p>Von Kaohsiung aus fuhr ich wieder nach Norden, machte aber&nbsp;<strong>in der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Taichung<\/strong>&nbsp;halt. Auch hier ist das japanische Erbe noch pr\u00e4sent und es gibt sogar zwei aktive Tempel unserer Jodo Shinshu Hongwanji-ha, die ich dort besuchte. Trotz erheblicher Kommunikationsbarrieren gelang irgendwie doch in beiden Tempeln ein kleiner Austausch:<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00f6rdlich des Zentrums gelegene&nbsp;<strong>Guang Zhao Si<\/strong>&nbsp;h\u00e4lt seine Andachten bilingual, einmal in taiwanesischem Chinesisch aber auch in Japanisch. Der aktuelle Oberpriester Rev. Yixin hat fr\u00fcher im Tempel auch Meditation gelehrt und als ich vorbeischaute fand gerade ein Kaligraphie-Kurs statt, bei dem man die M\u00f6glichkeit hatte, einen Teil des Amida Sutra abzumalen.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00fcdlich liegt der&nbsp;<strong>Guang Ming Si<\/strong>. Als ich dort ankam, platzte ich in die Andacht zum Monatsersten \u2013 am ersten und f\u00fcnfzehnten Tag des Monats halten sie vormittags eine l\u00e4ngere Andacht, wie sie im han-chinesischen Mahayana-Buddhismus auf Taiwan \u00fcblich ist. Nat\u00fcrlich gibt es auch die f\u00fcr uns \u201eklassischen\u201c Andachten mit Shoshinge, Junirai, Sambutsuge und Juseige, aber auch die werden hier in diesem Tempel ausschlie\u00dflich im taiwanesischen Chinesisch vorgetragen, berichtete mir eine Laien-Anh\u00e4ngerin. Die Andacht, welcher ich beiwohnen durfte, wurde dann auch von zwei \u00e4lteren Frauen durchgef\u00fchrt, die zwar schwarze Kolomos trugen, aber dar\u00fcber nur die&nbsp;<em>Hangesa,<\/em>&nbsp;welche man bei der&nbsp;<em>Kikyoshiki<\/em>&nbsp;verliehen bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter ging es dann von Flughafen&nbsp;<strong>Taoyuan<\/strong>&nbsp;weiter, in die Volksrepublik China &#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1349\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-1536x1153.jpg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000-1140x856.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0000.jpg 1599w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Jodo-Shinshu-Tempel Guang Ming Si in Taichung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1351\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001-1140x855.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0001.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Kloster Fo Guang Shan nahe Kaoshiung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1352\" srcset=\"https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002-1140x855.jpg 1140w, https:\/\/www.bgjd.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG-20240602-WA0002.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Reste des Taipei-Hongwanji: Der Glockenturm und ein paar gepflasterte Wege.<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Meik N\u00f6rling Von Katmandu aus flog ich via Bangkok nach\u00a0Taiwan. Die ersten \u00dcbernachtungen auf der Insel, welche heute die Republik China darstellt, hatte ich\u00a0in der Hauptstadt Taipeh. Ich hatte mein Hotel unweit der \u00dcberbleibsel des Taipei-Hongwanji gebucht \u2013 vom einstigen Obertempel unserer Jodo Shinshu Hongwanji-ha auf Taiwan, das von 1895 bis 1945 japanische Kolonie war, stehen nach seiner Nutzung ab 1945 als Kaserne nur noch der Glockenturm und die Wegebefestigungen, in den 1970ern ist er bei einem Feuer niedergebrannt. Dem Obertempel der Jodo Shinshu Othani-ha hier in Taipeh, dessen einstiger Grund auch nicht weit entfernt liegt, erging es nicht besser: Ab 1945 wurde das in indischem Stil errichtete Prunkgeb\u00e4ude unserer Schwesterschule von den Kumintang als Foltergef\u00e4ngnis f\u00fcr politische Gegner genutzt und 1970 dann niedergerissen um einer Shopping-Mall mit Kino zu weichen. Man sagt, dass es in dem Kino noch heute spukt und begr\u00fcndet das mit den Seelen \u201everschwundener\u201c Gefangener, die nicht zur Ruhe kommen. Auch in den erhaltenen Tempeln rund um das Hotel ist das japanische Erbe der Kolonialzeit noch ab und an sichtbar \u2013 obwohl sie nun alle zum han-chinesischen Mahayana-Buddhismus geh\u00f6ren, der Lehren und \u00dcbungen wie Nienfo (Nenbutsu) und Chan (Zen) beinhaltet. Im ehemaligen\u00a0Shingon Shu-Tempel Taipei Tianhu Si\u00a0gibt es noch einen Altar f\u00fcr Kobo Daishi Kukai, vor dem ehemaligen\u00a0Nichiren Shu-Tempel Nankai Shan Fahua Si\u00a0steht noch ein gro\u00dfer Stein mit eingravierten Daimoku. Die ehemaligen Tempel und Kl\u00f6ster der Rinzai Shu pflegen zwar immer noch das Zen- bzw. Chan-Erbe von Meister Linji, jetzt aber wieder als vollordinierte Bhikkhus der chinesischen Tradition. Der einstige\u00a0Soto Shu-Tempel Donghe Chan Si\u00a0wird zwar auch von Ordinierten der chinesischen Tradition gef\u00fchrt, allerdings legen diese Wert darauf, dass der Tempel sowohl mit der Caodong-zong (chinesische Mutterschule der Soto Shu) und dessen Hauptkloster Tiantong Si als auch mit Eiheiji und Sojiji in Japan verbunden ist und somit noch immer auch japanischer Zweigtempel des Soto-Zen. Von Taipeh aus reiste ich ganz nach S\u00fcden, in die Stadt&nbsp;Kaohsiung. Dort wanderte ich um den&nbsp;Zuoying-Lotus-Teich, der eigentlich ein See ist und besuchte die zahlreichen an dem Teich errichteten Tempel, buddhistische wie auch taoistische, und auch der gro\u00dfe&nbsp;Konfuzius-Tempel&nbsp;von Kaohsiung wurde direkt hier errichtet. Nahe Kaohsiung liegt in dem St\u00e4dtchen&nbsp;Dashu&nbsp;der Klosterberg Fo Guang Shan&nbsp;mit dem gleichnamigen Kloster und einem riesigen buddhistischen Museumspark. Ich hatte dort per E-Mail angefragt, ob ich ein oder zwei N\u00e4chte dort verbringen k\u00f6nnte, um zu praktizieren und auch um mir alles genauer anzusehen. In der Mail hatte ich auch angegeben, dass ich deutscher Anh\u00e4nger der Jodo Shinshu und Ordinierter des japanischen Soto-Zen bin. Eine R\u00fcckmeldung kam prompt und sogar auf Deutsch, aber die R\u00fcckmeldung bestand im Wesentlichen aus der Frage, ob ich mit der vollst\u00e4ndigen Garderobe eines japanischen&nbsp;Shukke&nbsp;reise oder in Zivil, \u201ebei japanischen Ordinierten w\u00fcsste man das ja nie so genau!\u201c. Wahrheitsgem\u00e4\u00df antwortete ich, dass ich meine gr\u00f6\u00dfe Robe (Okesa), das Gewand (Kolomo) und das Untergewand daheim im Dojo zur\u00fcckgelassen habe und nur mit kleiner Robe (Rakusu) und Arbeitsanzug (Samu-e) reise, was auch mit meinem Zen-Lehrer so abgesprochen wurde. Das Kloster und der aus \u00d6sterreich stammende Bhikkhu lie\u00dfen mich dann einfach in der Luft h\u00e4ngen &#8211; ich bekam gar keine R\u00fcckmeldung mehr. Im Internet kann man an verschiedenen Stellen lesen, dass man in der Pilgerherberge des Klosters auf Anfrage ohne Probleme ein- oder zwei N\u00e4chte bleiben kann. Das gilt scheinbar nicht f\u00fcr ordinierte Anh\u00e4nger des japanischen Buddhismus!? Ich besuchte das Kloster und den Buddha-Museumspark dann quasi auf eigene Faust wie viele andere Pilger und Touris auch &#8211; ohne dort zu \u00fcbernachten. Beeindruckend ist das alles schon, aber nicht nur im positiven Sinne. Ich fragte mich nachher, ob so viel Prunk und Protz und solche Dimensionen denn sein m\u00fcssen, und ob die Bhikkhus und Bhikkhunis, die ich haup ts\u00e4chlich bei T\u00e4tigkeiten als Pilgerf\u00fchrer oder beim Verkauf von Devotionalien beobachten konnte ernsthaft den Dharma praktizieren. Der Buddha-Museumspark verf\u00fcgt sogar \u00fcber ein eigenes Starbucks Caf\u00e9! Von Kaohsiung aus fuhr ich wieder nach Norden, machte aber&nbsp;in der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Taichung&nbsp;halt. Auch hier ist das japanische Erbe noch pr\u00e4sent und es gibt sogar zwei aktive Tempel unserer Jodo Shinshu Hongwanji-ha, die ich dort besuchte. Trotz erheblicher Kommunikationsbarrieren gelang irgendwie doch in beiden Tempeln ein kleiner Austausch: Der n\u00f6rdlich des Zentrums gelegene&nbsp;Guang Zhao Si&nbsp;h\u00e4lt seine Andachten bilingual, einmal in taiwanesischem Chinesisch aber auch in Japanisch. Der aktuelle Oberpriester Rev. Yixin hat fr\u00fcher im Tempel auch Meditation gelehrt und als ich vorbeischaute fand gerade ein Kaligraphie-Kurs statt, bei dem man die M\u00f6glichkeit hatte, einen Teil des Amida Sutra abzumalen. S\u00fcdlich liegt der&nbsp;Guang Ming Si. Als ich dort ankam, platzte ich in die Andacht zum Monatsersten \u2013 am ersten und f\u00fcnfzehnten Tag des Monats halten sie vormittags eine l\u00e4ngere Andacht, wie sie im han-chinesischen Mahayana-Buddhismus auf Taiwan \u00fcblich ist. Nat\u00fcrlich gibt es auch die f\u00fcr uns \u201eklassischen\u201c Andachten mit Shoshinge, Junirai, Sambutsuge und Juseige, aber auch die werden hier in diesem Tempel ausschlie\u00dflich im taiwanesischen Chinesisch vorgetragen, berichtete mir eine Laien-Anh\u00e4ngerin. Die Andacht, welcher ich beiwohnen durfte, wurde dann auch von zwei \u00e4lteren Frauen durchgef\u00fchrt, die zwar schwarze Kolomos trugen, aber dar\u00fcber nur die&nbsp;Hangesa,&nbsp;welche man bei der&nbsp;Kikyoshiki&nbsp;verliehen bekommt. Ein paar Tage sp\u00e4ter ging es dann von Flughafen&nbsp;Taoyuan&nbsp;weiter, in die Volksrepublik China &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1347","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.1","language":"gb","enabled_languages":["de","gb"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"gb":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1347","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1347"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1347\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1363,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1347\/revisions\/1363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1347"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1347"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgjd.de\/gb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1347"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}