• Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um  die Welt: Pilgerschaft durch Bihar und Uttar Pradesh (Indien)

    von Meik Nörling In Indien war ich nun zum dritten, und mit Sicherheit zum letzten Mal. Viele Inder unternehmen unbewusst alles, um mir den Aufenthalt so madig wie möglich zu machen. Die Hotel-Bewertungen im Internet sind gefaked, es werden falsche Fotos verwendet und unkorrekte Ortsangaben gemacht. Teilweise läuft ein und dasselbe Hotel unter mehreren Namen, mit unterschiedlichen Fotos und Ortsangaben. Das bekommt man aber erst mit, wenn einen der Taxifahrer mit Hilfe von telefonischen Nachfragen schon dort abgeliefert hat. Vom echten Zustand der Hotelzimmer erfährt man auch erst, nachdem man eingecheckt und bezahlt hat. Das war 2016, bei meiner zweiten Indien-Reise, noch nicht so schlimm. Immer schon schlimm waren hingegen…

  • Besuch bei der Buddhismus-Ausstellung im Überseemuseum Bremen

    Die große Sonderausstellung „Buddhismus“ im Überseemusum Bremen wurde bis zum 2. Juni 2024 verlängert. Tristan hat sie besucht und schildert seine Eindrücke. Tristan, du hast die Sonderausstellung Buddhismus im Überseemuseum Bremen besucht: Wie viele Klischees wurden da bedient? Bevor man die Ausstellung betritt, begegnet man einer großen Tafel, welche, ohne dies konkret zu erklären oder zu bewerten, verschiedene Aussagen, Vorurteile und Klischees über den Buddhismus im Allgemeinen präsentiert. Trotz ursprünglicher Verwunderung darüber werden in der Ausstellung diese Punkte aufgegriffen, und mit viel Nuancen und Ermutigung zum eigenen Überdenken erklärt und in verschiedene Perspektiven gesetzt. Gab es einen Aspekt, der neu für dich war? Sehr Informativ für mich als Jodo-Shinshu-Praktizierender war…

  • Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um  die Welt: Zentralvietnam

    von Meik Nörling Als Inhaber eines deutschen Reisepasses muss man nach einem Monat Thailand verlassen und in ein anderes Land einreisen. Man kann danach gleich wieder zurück, für einen erneuten Monat. Mein ursprünglicher Plan war, für die Visa-Verlängerung Laos zu bereisen, zumal Ratri auch die Sprache dort spricht. Sie ließ durchblicken, dass sie mich zwar begleiten würde, lieber aber woanders hin reisen wollte. Wir einigten uns dann auf Danang in Vietnam, wo sie unbedingt den Freizeitpark von Bà Nà Hills besuchen wollte und ich das Grab von Thich Nhat Hanh, das in der Nachbarstadt Hue liegen soll. In Zentralvietnam angekommen besuchten wir aber zuerst die kleine Küstenstadt Hoi An, wo…

  • Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um die Welt: Thailand

    von Meik Nörling Den ganzen Februar über habe ich mich in Thailand aufgehalten und bin hauptsächlich in Begleitung meiner Freundin Ratri gereist, die ich hier bei meiner ersten Weltreise, Ende 2016, in einer Kneipe in Chiang Mai kennengelernt hatte, wo sie als Küchenhilfe einen Zweitjob hatte. In dieser Kneipe haben mein Cousin, der mich in Thailand begleitete und ich uns öfter mal ein Bierchen und ein Gläschen Whiskey gegönnt, so kam man ins Gespräch, tauscht Facebook-Daten aus und irgendwie sind Ratri und ich dann in Kontakt geblieben. Ich hatte sie Ende 2019 / Anfang 2020 nochmal in Chiang Mai besucht und wir waren zusammen für den Jahreswechsel nach Chiang Rai…

  • Gedichte in Jodo Shinshu

    Wer sich in Jodo Shinshu einliest bemerkt sicherlich auch, wie oft Gedichte zitiert werden. Im heutigen Blog drucken wir ein Gedicht von Eugen Hollenbach ab, das seinen persönlichen Weg nachzeichnet. Danach folgen zwei Gedichte von Johannes. Abschließend ein Gedicht, das im englischsprachigen Shin Buddhismus unter dem Titel „Just As You Are“ weit verbreitet ist. Das japanische Original stammt von Maekawa Gorōmatsu, die es im Alter von 93 verfasst hat. „Namu Amida Butsu“: Dank und Ehre dem Buddha Amida Wollte Welt und Selbst verändern, Welt und ich – fast unveränderlich.In Natur und Liebe Heilung suchend, kein beständig Heil sie war‘n für mich.In Büchern und Filmen auf Trost und Weisheit hoffend –doch…

  • Als Unsui und Shin-Buddhist einmal um die Welt: Java, Bali und Malaysia

    Wer mich noch nicht kennt: ich bin Meik (Shaku Gendai Man’po Hoshin), bin als Shin-Buddhist Mitglied unserer deutschen und europäischen Sangha und bin auch im Zen ordiniert, gehöre da einer kleinen Sangha in Ostwestfalen an. 2024 habe ich mein zweites Sabbatical und bin nun seit Anfang des Jahres unterwegs, einmal rund um den Globus. Hier möchte ich ein bisschen von meiner Reise berichten, deren Schwerpunkte rund um den Buddha-Dharma angesiedelt sind. Die Anreise nahm ihre Zeit in Anspruch und es dauerte tatsächlich ein paar Tage, bis ich mit Borobudur auf der indonesischen Hauptinsel Java das erste Pilgerziel erreichte. Die Anlage von Borobudur wird gemeinhin als einer der größten buddhistischen Sakralbauten angesehen. Manche…

  • Buddhistisch Pilgern – Fünf Fragen an Meik

    Meik, du hast dich auf eine achtmonatige Reise begeben: Was hat dich dazu motiviert?  Meine Motivationen waren im Wesentlichen meine Erfahrungen auf der sechseinhalb monatigen Reise während meines ersten Sabbatjahres (2016) und das Nicht-reisen-können während des ersten Corona-Halbjahres. Das hatte mich dann dazu bewogen Ende Juni 2020 einen erneuten Antrag auf ein Sabbatjahr für 2024 zu stellen, so nach dem Motto: „Besser wird’s nicht, wer weiß was noch kommt, jetzt noch oder nie mehr“. Was für Gesichter des Buddhismus sind dir im ersten Monat bereits begegnet? Während meiner bisherigen Reisen, insbesondere im ersten Sabbatjahr 2016, sind mir viele Facetten des Buddhismus begegnet. Ich habe zahlreiche Tempel und Klöster der unterschiedlichsten Traditionen besuchen…

  • Buchvorstellung: „Common Ground“ – ein Blick auf den Buddhismus und auch Jodo Shinshu von dem islamischen Gelehrten Reza Shah-Kazemi

    von Tobias Trapp Seyyed Reza Shah-Kazemi ist Islamwissenschaftler am Institute of Ismaili Studies in London mit dem Arbeitsschwerpunkt vergleichender Mystizismus, insbesondere im Sufismus und Schiitentum. Sein Buch „A Common Ground“ begann als ein Konferenzbeitrag, der SH dem Dalai Lama vorgelegt wurde. Dieser las den Beitrag, ermunterte zu einer weiteren Ausarbeitung zu einem Buch und schrieb in einem Vorwort: “Meine muslimischen Freunde haben mir erklärt, dass die gläubigen Muslime sich dem Ideal des universellen Mitgefühls vollständig unterwerfen, da Gott als barmherzig und gnädig beschrieben wird. Auf diese Weise kann Gottes Barmherzigkeit durch die Handlungen der Gläubigen fließen. Eine solche Praxis ist eindeutig ein Weg zur Läuterung des Geistes und scheint eine…

  • Zwischen den Jahren

    Viele Menschen in Deutschland bezeichnen die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr als „zwischen den Jahren“ – eine wunderbare Redewendung, die suggeriert, dass es eine „Zwischenzeit“ gibt, zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Zeit, für Rückblicke auf das Vergangene und guten Hoffnungen für das Kommende. In unserem Haupttempel in Kyoto, im Nishi Hongwanji, gibt es jährlich zum Jahresende eine Großreinigungsveranstaltung, „Osusuharai“ genannt. Unten gibt ein Video einen Einblick in das gemeinschaftliche Entstauben und Putzen. Die profane Tätigkeit des Putzens bedeutet: Man sorgt sich um die Langlebigkeit des Wohnraums, der Möbel und der alltäglichen Gebrauchsgegenstände – man lässt das nicht einfach verkommen. Dies „zwischen den Jahren“ zu machen mag aber auch…